Kontakt
Impressum
zurück zur HAUPTSEITE
   
     
Home Page Image
Wien_Bibliothek
 
   

 

Walter Bäck - Biographie

Walter_Bäck_9Monate

 

Walter Bäck wurde am 23.2.1931 in Wien, Ottakring – Liebhartsgasse, geboren.

Mutter:                                            Vater:
Therese Bäck (geb. Brunner)          Albert Bäck
Beruf:         Hutmacher-Meisterin         Beruf:        Schriftenmaler-Meister
Geboren:     29.9.1879                        Studium „Violine“ am Konservatorium
Gestorben:  4.5.1981                          Geboren:    3.1.1897
                                                         Gestorben: ermordet von unbekannten
                                                                          Tätern am 5.12.1936

Walter war 5 Jahre alt, als sein Vater starb. Seinen Tod konnte er bis zum Schluss nicht verkraften. Später schrieb er dazu ein Gedicht:

Walter_Bäck_Mutter

Walter_Bäck_Vater

 

Aus meiner Biographie (Nr. 468)

Es war ein kalter Winter, als mein Vater starb,
der Sägebaum des Friedhofs war mit Eis umsponnen,
der Totengräber hatte grad Geld genommen
und trug mir meinen Vater gratis da hinaus.

Die Sonne ging schon zeitig hinter Kreuzen unter,
die Krähen pickten Krumen aus des Menschen Hand
und sahen in den Hügeln ihr vertrautes Land.
Doch diese Hügel waren schmerzbedeckte Gräber.

Es gingen bloß acht Leute hinterm Leichenzug,
obwohl mein Vater an die tausend Menschen kannte.
Wir waren damals grade sieben Anverwandte,
und einer ging aus Neugier von der Straße mit. –

Der trocknete mir meine Tränen sorgsam ab
und gab mir zu verstehen, dass man sterben müsse.
Mir zitterten vor Angst die Hände und die Füße
und sah unendlich lang hinunter in das Grab.

Ich traf seither ein paar Mal diesen fremden Mann
von damals, der mir von der schnöden Welt erzählte.
Nicht, dass ich ihn zu meinen Freunde auserwählte;
Viel eher noch, weil ich von ihm nicht lassen kann.

Der Mann streichte eine Geige mit den dürren Knochen
Und trägt ein Sandglas als sein düsteres Amulett;
Er stellt sich, wenn ich krank bin, immer an mein Bett
Und hat in jenem Winter schon mein Herz gebrochen.

     
Walter_Bäck_Geschwister  

Geschwister:
Bruder:                  Berthold (geboren 1921; starb im Alter von 9 Monaten)
Schwester:           Gertrude (geboren 1926)
Halbschwester:     Elfriede (geboren 1940)

     
Walter_Bäck_Kameradschaftsführer  

Walter Bäck liebte die Natur und war in jungen Jahren Mitglied des Alpenvereines „Edelweiß“. Das Team war damals unter dem Namen „Edelweiß-Staffel“ bekannt. 1952 wurde Walter Bäck zum Kameradschaftsführer ernannt. Unter seiner Leitung engagierte sich das Team für den Naturschutz. Außerdem wurde es oft als Rettungsteam für in Not geratene Bergsteiger eingesetzt.

     
Walter_Bäck_Geige  

Er interessierte sich schon immer für die Kunst und lernte früh Geigespielen. Leider musste er sie schweren Herzens aus finanzieller Not verkaufen:

Meine Geige (Nr. 862)

Immer wieder nehme ich zur Hand die Geige          stimm die Saiten so, dass sie nicht reißen,
(wenn ich sie auch durch die Not verlor),              ängstlich bei der schwächsten Saite E,
dass mir Gott die alten Griffe zeige,                     weiß wie damals, wie sie alle heißen,
wenn auch einst die Hand am Griffbrett fror.         doch es lag mir nie das tiefe G.

Manchmal lerne ich noch auf ihr zu spielen,           Seltsam, dass ich meine gute Geige
zieh die Wirbeln bei der Schnecke an,                    eigentlich doch nie verloren hab
wie ich es in meinen vielen,                                  und noch nicht mit meinem Bogen schweige, kargen Jahren oft und gern getan,                          der den Saiten stets die Stimme gab.

 

     
Walter_Bäck_Hochzeit_1964  

Am 25.9.1964 wurde Hochzeit gefeiert. Er heiratete Annemarie (geb. Winter). Vorerst lebten sie in einem bescheidenen Gartenhäuschen in 1120 Wien, Kormorangasse 19.

Meine Frau (Nr. 904)

Sie hilft mir leiden,                           Ich weiß es nicht
hilft mir hungern,                             und möchte darum nicht klagen,
dass ich bescheiden                            warum mir Gott den Tränenkrug
das Kleinste fasse.                             mit solcher Freude füllte
Dem, den ich hasse,                           an späten Tagen.
schenkt sie ein Lächeln –
ins Dunkel bringt sie immer Licht.

     
Walter_Bäck_Tochter_Ulli  

Am 17.12.1964 erblickte seine Tochter Ulli das Licht der Welt.

An mein Kind (Nr. 608)

Die ersten Strophen meines Lebens, Kind,
galten bloß mir und waren nicht sehr gut,
doch las ich sie vielleicht allzu geschwind,
weil Einsamkeit so schrecklich wehe tut!

Die nächsten Strophen werden kürzer sein,
in deine ersten, langen Strophen gehen!
Ich bitte dich jetzt schon, mir zu verzeihn
und deine Welt viel besser zu verstehn!

     

Jedleseer_Straße

Walter_Bäck_1973

 

Ab 1965 wohnte die Familie in: 1210 Wien, Jedleseerstraße 77/5/7

Jedlesee (Nr. 529)

Ich saß am Kirchplatz und verträumte eine Stunde,
darin durchwandernd Weg- und Felderrain,
vorbei an Sandwerkheiligen mit der Steinmetzwunde
und an dem nahen, alten Donauhain.

Nur kaum ein Surren ging durch diese stille Sphäre,
doch dieses Surren brachten Bienen mit.
Daneben grüßten Mohn und Klee und Weizenähre,
geleitend meinen ruhvergönnten Blick.

Ein Pflug, ein Traktor und zwei ausgespannte Pferde
verschönerten das Bild und blieben starr.
Und Glocken läuten, als tönte gleichsam die Beschwerde
an fernere Wege, wo es lauter war.

     

Walter_Bäck_Schreibmaschine

 

Seit 1964 selbständig als freier Schriftsteller, extra seit 1972 externer Lektor.

Was von dem wird bleiben….? (Nr. 3035)

Wenn ich allein auf meiner Eckbank sitze,
les’ ich ein Buch, das ich viel früher schrieb,
und denk mir, dass ich es so nie mehr könnte,
was meinen Stift zu solchem Sinne trieb.

Ich les’ mich selber also und verbleibe
in den Gedanken, dass ich anders war,
von vielem stark geprägt, das mich dann formte,
vom dunklen Haar bis hin zum grauen Haar.

Ich möchte wissen, was von dem wird bleiben,
was ich vieltausendfach einmal gespürt
und was ein anderer wird drüber denken,
hat Gott mir einstens meine Hand geführt.

Walter_Bäck_Grab  

Prof. Walter Bäck verstarb am 1. Mai 2004 an Panzytopenie (tödlicher Schwund von Blutzellen).

Das Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 234 / 2. Tor

Gruppe 28 / Reihe 18 / Nummer 35