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Walter Bäck - Engagement

 

"Ich mache mir tiefe Sorgen
wegen Menschen, die keine Gedichte mögen,
denn ihre Herzen fangen nicht leicht Feuer,
während meines in Flammen steht!"
(aus dem Buch: Herz in Flammen)

Walter Bäcks Engagement galt der Verbreitung von qualitativ hochwertiger Literatur. Er wünschte sich, dass viele diese Kunst in ihrer Vielfalt erfahren und suchte nach Wegen, jedem einen einfachen Zugang zu bieten.

Er gründete in Wien Floridsdorf das „Erste Floridsdorfer Literatur-Cafè“ und in Niederösterreich (Strasshof) den „Ersten Marchfelder Literatursalon“. Hier wurden jahrelang regelmäßig Dichterlesungen veranstaltet, für die Bäck der Organisator und literarische Leiter war. Prominente Schriftsteller(Innen), kamen, um aus ihren Werken selbst zu lesen – oder – routinierte Schauspieler(Innen) erklärten sich bereit, professionell aus literarischen Werken zu rezitieren. So mancher Zuhörer war fasziniert und versuchte sich bald selbst im Dichten. So entwickelte sich so mancher „Dichter-Nachkomme“, dem es ermöglicht wurde, selbst aus seinen Arbeiten vorzutragen.

Walter_Bäck_WeigelWalter_Bäck_Jeannie_Ebner

Fotos: Hans Weigel und WB im "1. Floridsdorfer Literatur-Cafe" (10.3.1983) / Jeannie Ebner im "1. Marchfelder Literatur-Salon" (10.3.1988)

Walter_Bäck_Fritz_LehmannSauter_Gassen_Fest

Fotos: Walter Bäck und Kammerschauspieler Fritz Lehmann im "1. Marchfelder Literatur-Salon (12.12.1985) / Walter Bäck liest beim "Sautergassen-Fest" (15.5.1987)

Einer von Bäcks Vorbildern war Ferdinad Sauter. Für Sauters Fortbestand wurde jedes Jahr das „Sautergassen-Fest“ veranstaltet, wo Bäck nie fehlte, um aus Sauters Werken vorzulesen.

Für Menschen, die es sich lieber zu Hause bequem machten wurde in den 70er-Jahren die wöchentlichen Sendungen „Der Seniorenclub“  (mit Ernst Hagen und Dr. Dolf Lindner) und „Guten Abend am Samstag“  (mit Heinz Conrads) ausgestrahlt. Oft wurde Bäck zu diesen Sendungen eingeladen, um aus seinem Schaffen vorzulesen. In der Sendung „Ex libris“ las der Schauspieler Miguel Herz-Kestranek Erzählungen von Bäck.

Walter_Bäck_Ernst_Hagen_SeniorenclubWalter_Bäck_Heinz_Conrads

Fotos: Walter Bäck und Ernst Hagen in der ORF-Sendung "Seniorenclub" (3.6.1979) / Walter Bäck und Heinz Conrads in der ORF-Sendung "Heinz Conrads und seine Freunde" (14.8.1982)

Als die Wiener Bevölkerung in den 80er Jahren begann, sich eine eigene „Wiener Landeshymne“ zu wünschen, schaffte das Team Walter Bäck – Herbert Ober den „Hymnus auf Wien“ (später: Wiener Volkshymne). Das Musikstück wurde bei einigen öffentlichen Veranstaltungen und im Rundfunk aufgeführt.

Herbert_Ober_Walter_Bäck

Foto: Komponist und Kapellmeister Herbert Ober und Walter Bäck mit der Partitur für den "Hymnus auf Wien"

Walter Bäck war Mitglied beim Österreichischen Schriftstellerverband – eine Plattform für Österreichische Schriftsteller. Regelmäßige Sitzungen und Abstimmungen gewährleisteten eine Qualitätssicherung  für österreichische Literatur.

1979 bis 1991 gab es ein Angebot der Post: einen eigens für Literatur-Liebhaber eingerichteten gebührenfreien Telefonbanddienst Unter der Telefonnummer 1780 (später 1580) war es möglich Bäck beim Vorlesen zuhören.

Bäck war Mitbegründer des Beethoven-Vereines 21. Er konnte noch im letzten Moment verhindern, dass ein Haus, in dem Ludwig van Beethoven einige Zeit verbrachte architektonisch zerstört und in Tennisplätze umgewandelt wurde.

Bäck erhielt für seine Tätigkeiten staatliche Anerkennungen und Auszeichnungen. Unter anderem:
Wiener Kustfonde-Preis
Theodor Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst
Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien
Berufstitel „Professor“ durch den Bundespräsidenten

Professor_Walter_Bäck

 

Dankesworte bei der Professortitel-Verleihung:

Walter Bäck

"Sehr geschätzte Damen und Herren!

Wenn ich hier die große Ehre habe, die von mir verfassten Worte des Dankes zu sprechen, dann ergehen diese Worte sicher an das österreichische Staatsoberhaupt, an den Herrn Bundesminister für Unterricht und Kunst, an alle Einreicher und überhaupt an alle damit Befassten, natürlich auch an Frau Amtsrat Helene Wurzinger und Herrn Sektionschef Dr. Hans Temnitschka. Ich beglückwünsche, gleich welchen Alters, alle jungen professores. Übrigens kann ich somit erstmals auch mir Glückwünsche aussprechen.
Einen besonderen Dank sage ich allen, die es kraft ihres Wissens und ihrer moralisch-menschlichen Empfindung verstanden haben, dass wir eine solche Auszeichnung verdienen.
Dieser Titel hat schon einigen das Leben gerettet – Künstlern und Wissenschaftern, die ihn erleben wollten, krank darnieder lagen und sich zusammenrissen, weil si ja posthum damit nicht viel anfangen könnten. Aber was glauben Sie, warum die Lebenserwartungen auch dadurch heutzutage so hoch sind?
Wenn man sich als jung Betitelter zurückversetzen darf und man etwa Balletttänzer, Musikpädagogen, akademischer Maler, Chorleiter und Kompositeur werden wollte, man aber dann Schriftsteller wurde, hat man hier wenigstens das Vergnügen, „spielend aus der Reihe zu tanzen“.
Wir haben, so meine ich, nicht nur den Berufstitel „Professor“, sondern eben auch ein Quäntchen Heiterkeit und vor allem Freude verdient, Freude, die man uns oft genug von allen möglichen Seiten Verständnisloser genommen hatte, weil wir eben etwas von dem verstehen, was in die Öffentlichkeit gelangt. – Denn für viele da zu sein, ist ja schließlich unser tiefes Anliegen. Die Erbarmungslosigkeit einer Neidgenossenschaft hat heute durch die Verleihung eine erhebliche Attacke erlitten.
Ich freue mich für die heute Betitelten und bitte gerade sie, tun Sie es auch für mich!
Lassen Sie mich mit einem Dankeschön und mit allen guten Wünschen enden, wobei ich einen entsprechenden Blumenstrauß von Johann Wolfgang von Goethe überreiche:


Der Strauß, den ich gepflücket,
grüße dich viel tausendmal!
Ich habe mich oft gebücket,
ach, wohl eintausendmal
und ihn ans Herz gedrücket
wie hunderttausendmal!"